Tagebuchblatt


So freu dich doch, daß es Frühling wird
und laß die Wintergedanken,
laß keimen, was der Sonnenschein
dir in die Seele will ranken.

 

Allüberall Alles voll Jubelgetön,
voll Mailust entgegen Genesen,
und die Luft so lau und der Himmel so blau
und die Welt so schön, o! so wunderschön,
wie sie noch nie gewesen.

 

Es wird schon werden, es wird schon werden!
Ein kleines Weilchen nur noch, und:
mit blühenden Rosen steht es am Weg
und küßt auf die Stirn dich mit seligem Mund.

Cäsar Flaischlen („Frühling und Liebe“, herausgegeben und geschmückt von Richard Grimm, R. Voigtländer Verlag in Leipzig, 1901, Seite 5)