Aus dem SWR2 Forum


Der Freiheit eine Gasse, der Dummheit eine Allee
Sollen Antisemiten und Rassisten mit Straßen geehrt werden?

Am 22. Januar jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag der in Calw aufgewachsenen und in Ludwigsburg verstorbenen Schriftstellerin Auguste Supper, die Hitler zur göttlichen Lichtfigur verklärte und von NS-Größen wie Goebbels hofiert wurde. Gleichwohl: Die nach dem Krieg als „fanatische Nationalsozialistin“ eingestufte Autorin wird bis heute in beiden Gemeinden (und in Stuttgart-Rohr) mit Straßennamen geehrt.

Doch nicht nur die Apologeten des Antisemitismus werden in deutschen Kommunen gerühmt: An den Folter-Bischof Borromäus wird etwa in Lindlar und Merzig erinnert, in Freiburg streitet man erbittert um den Heideggerweg; an einen anderen Steigbügelhalter Hitlers wie Paul von Hindenburg darf noch in mehr als zwei Dutzend deutscher Städte von Hamburg bis Trier ehrend erinnert werden. Deutsche Straßen als Orte der Erinnerung – häufig genug historische Sackgassen?