LG03: Das ist nicht Sommer mehr


Mein Lieblingsgedicht

vorgestellt von Katrin Stockburger

 

Das ist nicht Sommer mehr

 

Das ist nicht Sommer mehr, das ist September . . Herbst:
diese großen weichen Wolken am Himmel,
diese feinen weißen Spinnwebschleier in der Ferne
und hinter den Gärten mit den Sonnenblumen
der ringelnde Rauch aufglimmender Krautfeuer . .
und diese süße weiche Müdigkeit und diese frohe ruhige Stille überall und
trotzdem wieder diese frische, satte, erntefreudige, herbe Kraft . .
das ist nicht Sommer . . das ist Herbst.

Cäsar Flaischlen
(Von Alltag und Sonne, Gedichte in Prosa, – Tagebuchblätter –
Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 1920, Seite 78)


 

„Gedanken:

Ich sitze auf einer Bank und spüre mit geschlossenen Augen die warme Herbstsonne auf meinem Gesicht.
Ein leichter Wind läßt fallende Blätter die Haare streicheln und die Blätter gleiten langsam zu Boden.
Ich stehe auf und gehe mit einem Lächeln und leiser Glückseligheit nach Hause.“

(Katrin Stockburger, Tübingen)

 


Zu diesem Tagebuchblatt habe ich einige Bilder meines Vaters Georg Alfred Stockburger* ausgesucht, die diese Herbststimmung gut vermitteln:

Georg Alfred Stockburger

Georg Alfred Stockburger

Georg Alfred Stockburger

Georg Alfred Stockburger

Georg Alfred Stockburger

Georg Alfred Stockburger

*Georg Alfred Stockburger (geb. 12. Mai 1907 in Kusterdingen-Wankheim, † 5. April 1986 in Tübingen) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker des Expressionismus.
Als Grafiker bediente er sich der Druckverfahren Lithografie, Holzschnitt und Kupferstich bzw. Radierung.
Als Künstler wirkte er hauptberuflich zwischen 1922 und 1935. Es folgte 1935 ein Medizinstudium und 1940 der Kriegseinsatz als Arzt. Nach dem Krieg arbeitete er in eigener Arztpraxis und widmete sich in seiner Freizeit der Kunst.
Die Werke Stockburgers werden zum abgewandelten Expressionismus oder Expressiven Realismus gerechnet.

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Georg Alfred Stockburger

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