LG05: Mach, was du willst


Marlis Schauer, Stuttgart

Marlis Schauer, Stuttgart

Mein Lieblingsgedicht

vorgestellt von Marlis Schauer

 

Mach, was du willst

 

Mach, was du willst, mach’s wie du willst,
nur sorg, daß es in  d e i n e m  Sinn als Ganzes, Volles dir gelingt
und daß nichts Fremdes dazwischen klingt!
Man nenn’s dann gut, man nenn es schlecht . . .
es habe ruhig Jeder Recht
und wer da lachen will, soll lachen . . .
Witze sind über Alles zu machen!
die einzige Frage, die da gilt,
ob einer lobt nun, oder schilt,
die einzige Frage ist: gabst du ein Eig’nes!?

Cäsar Flaischlen
(Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens,
Gesammelte Gedichte, Brief- und Tagebuchblätter aus den Jahren 1884 bis 1899
Egon Fleischel & Co, Berlin, 1917, Zwölfte Auflage, Seite 92)


 

Illustration Marlis Schauer, "Das Eigene"

Illustration Marlis Schauer, „Das Eigene“

„Es passt für mich in diese Zeit, in der die Herausforderung groß ist,
bei so mancher Entscheidung das eigenen Bauchgefühl nicht zu vergessen.
Eine „eigene Entscheidung“ fühlt sich meist hell und friedlich an,
auch, wenn sie mal mit einem Kompromiss verbunden ist.
Solange es aber im Bauch finster zwickt und zweifelt, ist das „Eigene“ noch
damit beschäftigt, sich von einem Muss zu unterscheiden…
Und falls das Eigene entscheidet, ein Muss zu sein,
dann ist eben auch das ‚ein Eig´nes‘. „

(Marlis Schauer, Stuttgart)