Poèmes saturniens (Paul Verlaine)


Courbet - Paul VerlaineComme la voix d’un mort qui chanterait du fond de sa fosse,
Maîtresse, entends monter vers ton retrait ma voix aigre et fausse.

Ouvre ton âme et ton oreille au son de la mandoline:
Pour toi j’ai fait, pour toi, cette chanson cruelle et câline.

Je chanterai tes yeux d’or et d’onyx purs de toutes ombres,
Puis le Léthé de ton sein, puis le Styx de tes cheveux sombres.

Comme la voix d’un mort qui chanterait du fond de sa fosse,
Maîtresse, entends monter vers ton retrait ma voix aigre et fausse.

Puis je louerai beaucoup, comme il convient, cette chair bénie
Dont le parfum opulent me revient les nuits d’insomnie.

Et pour finir, je dirai le baiser de ta lèvre rouge,
Et ta douceur à me martyriser, — Mon Ange! — ma Gouge!

Ouvre ton âme et ton oreille au son de ma mandoline:
Pour toi j’ai fait, pour toi, cette chanson cruelle et câline.

(Paul Verlaine (1844 – 1896) , title 1: „Sérénade „, 1866, from Poèmes saturniens, Paris, Éd. Alphonse Lemerre, published 1866)

 

 

In der Übersetzung von Cäsar Flaischlen

Als ob ein Toter im Grabe müd und wund nach Leben riefe,
so sucht mein Lied sich zu dir mit klagendem Mund aus dunkler Tiefe.

Laß lauschen dein Ohr, deine Seele dem Klang meiner Zither:
für dich, für dich nur gilt mein Gesang … so süß, so bitter.

Ich singe von goldlichter Augen Pracht voll süßem Frohlocken,
von selig vergessendem Traum in der Nachtschwarz wallender Locken.

Als ob ein Toter im Grabe müd und wund nach Leben riefe,
so sucht mein Lied sich zu dir mit klagendem Mund aus dunkler Tiefe.

Und ich sing von der wonnigen Wundergestalt deiner Glieder,
in schlaflosen Nächten voll Sehnsucht umwallt ihr Duft mich wieder.

Und ich denke der Glut deiner Küsse dazu, mich entseelend,
und der Lust, mit der du mich quältest, o du … mein Engel! mein Elend!

Laß lauschen dein Ohr, deine Seele dem Klang meiner Zither:
für dich, für dich nur war, was ich sang … so süß, so bitter!

 
Verlaine, Paul: Gedichte. Eine Anthologie der besten Übertragungen hrsg. von Stefan Zweig. Mit e. Portr. d. Dichters von Felix Valloton. Bln., Schuter & Löffler 1902. – 122, (6) S. – Die Übertragungen von Richard Dehmel, Karl Henckell, Franz Evers, Richard Schaukal, Cäsar Flaischlen u.a.