Schmetterlinge


Es kommen immer wieder
einmal Zeiten,
da man stille liegen muß
wie eine verpuppte Raupe
und Geduld haben,
bis die Flügel
wieder wachsen,
die man sich abgeflogen.

 

In der
allerstillsten Stunde
aber tut es plötzlich
dann ein leises Kling
und man ist wieder
Schmetterling.

 

Graue Tage

 

Es ist mitunter,
als wären alle Fäden abgeschnitten..
als wäre alles um dich her
weitab und leer,
ein toter Raum,
und du dir selbst ein fremder Traum…

 

als käme nie die Sonne wieder,
als klänge nie ein Lied mehr durch,
als höre alles langsam auf…

 

und plötzlich flimmert’s durch die Wolken
und plötzlich trifft ein Klang ans Ohr
und leise fliegt auf goldenem Flügel
ein Schmetterling am Weg empor!

 

Wiegenliedchen

 

Ich bin nicht mehr als ein rinnender Traum,
Ich bin nicht mehr als ein Blatt am Baum,
Als ein Tropfen im fallenden Regen,
Nicht mehr als ein Sonnenflimmerflaum,
Ein Mondlichtschein in Waldgehegen …
Oder sommerentlang
Ein Vogelklang,
Ein Schmetterling am Haidehang …
Ein Wölkchen, das der nächste Wind
Spurlos ins Abendrot verrinnt …
Und all meine Lust und all mein Leid,
Es ist nur die Lust, es ist nur das Leid
Eines kurzen rinnenden Traumes …
Es ist nur die Lust, es ist nur das Leid
Eines Mondlichtscheins auf einsamen Wegen,
Eines Rufes im Ried,
Eines Vogellieds
In grünen Waldgehegen …
Es ist nur die Lust, es ist nur das Leid
Eines Schmetterlings, der zur Sommerzeit
An blühenden Hängen flügelt
Und den der Herbst früh oder spät
Spurlos über die Heide verweht …