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Verlag Egon Fleischel & Co.Verlag Egon Fleischel & Co.

Aus: Stefan Zweig – Schriftsteller und literarischer Agent (Die Beziehungen zu seinen deutschsprachigen Verlegern; 1901 bis 1942), von Susanne Buchinger, Buchhändler-Vereinigung GmbH, Frankfurt am Main 1999, ISBN 9783765721328

„… Über den am 1. Juli 1903 gegründeten schöngeistigen Verlag Egon Fleischel & Co., der … bald zu einem maßgebenden reichsdeutschen Verlagshaus avancierte, ist aufgrund der schlechten Quellenlage nur wenig bekannt. Die Inhaber Egon Fleischel und Fritz Theodor Cohn [Anmerkung: Ehemann von Clara Viebig] waren zuvor beide über zehn Jahre als Kommanditisten und Teilhaber beim belletristischen Berliner Verlag Friedrich Fontane & Co. tätig gewesen und übernahmen von diesem als Grundstock ihres neuen Unternehmens neben einigen bedeutenden schöngeistigen Autoren auch die Halbmonatszeitschrift Das literarische Echo (später Die Literatur) sowie das Salon Feuilleton. Wöchentliche Korrespondenz für Zeitungen. Während zu dem immerhin namengebenden Verleger Egon Fleischel nur ermittelt werden konnte, daß er am 12. Mai 1861 in Hamburg das Licht der Welt erblickt hatte, läßt sich der Lebensweg seines Kompagnons Fritz Theodor Cohn recht gut nachvollziehen. Geboren am 22. Januar 1864 in BerlinCharlottenburg als Sohn eines Fabrikanten und preußischen Landtagsabgeordneten wurde er nach dem Abitur, einer geschäftlichen Ausbildung in Hamburg und New York, einer sich 1888 anschließenden dreijährigen kaufmännischen Tätigkeit in Hamburg und Reisen durch Europa 1893 Mitarbeiter und bald Mitinhaber der Berliner Verlagsbuchhandlung Friedrich Fontane & Co. 1903 trat er aus diesem verlegerischen Unternehmen aus und gründete zusammen mit Egon Fleischel den neuen Verlag in Berlin.
Nach dem Ausscheiden Fleischels 1906 war die Firma im alleinigen Besitz Cohns, der sie am 1. Juli 1921 … an die Stuttgarter Deutsche Verlags-Anstalt verkaufen mußte.

Aus: Der Sohn des Dichters. In memoriam Friedrich Fontane, von Dr. Hermann Fricke, veröffentlich in Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte, Landesgeschichtliche Vereinigung Berlin, S. 29ff (über den Verlag Friedrich Fontane)

„… Auf eine Anfrage antwortete mir Friedrich Fontane am 19. Juli 1938:
Egon Fleischel war 1891 — 1903 mein Kompagnon (Kommanditist) und gründete dann unter seinem Namen einen neuen Verlag, an den viele meiner Autoren übergingen (Ompteda, Viebig, Hegeler, Flaischlen etc.). Die Firma ging dann während der Inflation in der Stuttgarter Deutschen Verlagsanstalt auf. — Fleischel war gebürtiger Hamburger (sein Vater, aus Ungarn verzogen, hatte eine reiche Hamburgerin geheiratet) und gehörte jenem Bankier- und Maklerkreise an, der sich meist aus Elementen des internationalen Judentums zusammensetzte. So wurde er durch, meines Wissens nach in New York geb. Frau mit den Hallgarten, Ladenburg etc. verwandt. Natürlich war er längst getauft. Er war ein feingebildeter Mann und durch und durch Hanseat. Die ‚Rasse‘ kam bei ihm nur wenig zum Durchbruch. Als Ideal schwebte ihm die sich abschließende I. Hamburger Gesellschaft mit ihren Senatoren und Reedern vor. — Ursprünglich Schauspieler gewesen (war kein übler!) hatte er — unterstützt durch reichliche Mittel — viel gesehen, interessante Menschen kennen gelernt. (Sudermann verkehrte in seinem Elternhause). — Mein Vater mochte ihn sehr gern‘.“

Link: Theodor Fontane (Wikipedia)
Link: Sammelrezension„Theodor Fontane, das Fremde und die Juden“ in H-Soz-Kult, c/o Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I, Institut für Geschichtswissenschaften.
 

Link: Werke von Fleischel bei buch-info.org
Link: Das Kaiserreich 1871 – 1918, Band 1,Teil 2, von Historische Kommission, (über den Verlag Friedrich Fontane)

 

Buchtipp: „Die unvollendete Symphonie meines Lebens“ von Ernst Viebig

 

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