August Lämmle


* 3. Dezember 1876 in Oßweil, heute zu Ludwigsburg, † 8. Februar 1962 in Leonberg

August LämmleAus: August Lämmle — Greif zu mein Herz , Erlebnisse und Erkenntnisse, „Unterwegs“ – Zweites Buch,
ab Seite 29, Verlagshaus Reutlingen Oertel&Spörer, 1956

Sieben Schwaben
Auguste Supper, Anna Schieber, Hermann Hesse, Wilhelm Schussen, Heinrich Lilienfein, Cäsar Flaischlen, Ludwig Finckh sind die „Sieben Schwaben“, für die Theodor Heuß 1909 im Verlag seines Freundes Eugen Salzer in Heilbronn sein Dichterbuch herausgab…
…Von den Sieben war jeder sein eigener Lehrmeister. Die Väter waren Küfermeister, Schlossermeister, Apotheker, Gastwirt, Pfarrer, Schulmeister. Die Mütter trugen das besinnliche entschlossene Wesen ihres schwäbischen Volkstums in sich und gaben es an die Söhne und Töchter weiter.
So verstehen wir, daß Theodor Heuß die Sieben als eine Einheit empfand…
… Ich habe sie alle persönlich gekannt: nur mit Hermann Hesse, der über alle anderen hinausgewachsen ist, hat es sich nicht geschickt, daß ich mit ihm hätte ein Glas Wein trinken können…
Einmal nur traf ich persönlich Cäsar Flaischlen. Er bestellte mich in die Alte Post. Und als wir nach vielen Stunden auseinandergingen, kannten wir uns genau, was ja bei ihm und mir sich leicht und ohne Zutun im Unterbewußtsein vollzog. Er gehörte zu dem Kreis um den jüngeren Hauptmann in Berlin. Max Dreyer, mit dem ich mich später anfreundete, hat ihn sehr geliebt, den Mann und den Dichter; und wenn er mir so offen entgegenkam, lag das gewiß an der guten Erfahrung, die er mit ihm gemacht hatte. — Daß Cäsar bei uns im Literarischen Club in Erinnerung blieb, dafür sorgten seine Schwester und sein Schwager, die keine Zusammenkunft verfehlten, und wo kein neu Hinzukommender der Sentenz entgehen konnte: „Mein Schwager ist der berühmteste Dichter von Deutschland!“ Ach, er selber wollte das gar nicht sein, dazu war er viel zu gescheit. Nicht jeder hat soviel Geltung bei seinen Blutsverwandten. — — —

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